Blog-Archiv

Montag, 10. März 2014

Nachhilfe notwendig!

„Ich helfe, das Verkehrte konsequent zu tun. Alles, was gigantische Formen annimmt, kann imponieren, auch die Dummheit“ (Erich Kästner; Fabian 1931)

Wo ist sie die differenzierte Auseinandersetzung, wo ist die Diskussion die bei komplexen Themen so essentiell ist?
Wo ist die Betrachtung von Kontexten bei Ereignissen die die Welt verändern?
   Ich kann mich erinnern, schon früh in der Schule war es der Auftrag der Lehrer uns zu lehren bei den Aufsätzen die wir verfassten den Kontext klar herauszustellen.
Früh sollten wir den Zusammenhang erkennen und erklären warum Erich Kästners Fabian den Zahn der Zeit traf und warum er so verheerende Ereignisse wie den Zweiten Weltkrieg, wenn man so möchte, vorhersagte. Zumindest aus jene Sicht die wir heute gewährt sind auf diese Ereignisse zu haben.
Konnten wir unsere Aufsätze nicht logisch und den Kontext betrachtent Aufbauen und zusammenhängend Argumentieren bekamen wir eine Note bei der unsere Eltern, wenn sie uns wohlgesonnen waren, sagten: „Das hätte aber besser sein können“ und unsere Lehrer erklärten uns, dass es wichtig sei seine Argumente wohl zu überlegen und je nachdem ob wir für oder gegen etwas unsere Attitüde wählen, nach einem bestimmten Schema anzuordnen.
Wir mussten berichtigen und ausbessern und nahmen uns vor es beim nächsten Mal besser zu machen. Mal gelang es mal weniger.
Seit einiger Zeit verstehe ich sehr gut was mir meine Deutschlehrerinnen damals immer wieder vermitteln wollten, und meine Eltern ebenso.
Dass es nicht nur wichtig sei von etwas überzeugt zu sein, sondern viel mehr, für einen persönlich, aber auch für die Kommunikation mit seinem gegenüber, zu verstehen und zu Argumentieren warum wir eine bestimmte Meinung oder Ansicht haben. Der Kontext zu Ereignissen ist der Grundstein für eine differenzierte Auseinandersetzung. Nur die Betrachtung dessen ermöglicht uns Dinge nachzuvollziehen, zu verstehen und im Zuge dessen unsere Meinung zu bilden und erst dann sollten wir unsere Informationen und daraus resultierenden Meinungen, die wir glauben zu haben, Kundtun. Dies ist das Fundament einer klugen Demokratie.
Ich sehe mich beinahe genötigt solch hochtragende Begrifflichkeiten, ohne die von mir angepriesene tiefgehende Auseinandersetzung mit diesen, in Sätze zu schmiegen, da ich seit einigen Monaten entsetzt mit den Umgang der Medien mit so vielen Weltbewegenden Dingen bin.
Ich bin überzeugt davon, dass unsere Medienlandschaft der Gesellschaft viel zu bieten hat, oder zumindest hatte und immer noch das Potential besitz.
Aber ich höre eine Nachrichten Sprecherin, welche die Tageschau eröffnet mit ähnlichen Worten wie „der grausame Despot Janukowitsch flieht mit seinen gestohlenen Millionen“ und eine Moderatorin bei Spiegel TV spricht am Anfang der Sendung von hunderten von Putin bezahlten pro Russland Aktivisten auf der Halbinsel Krim und der Russische „Propagandaminister“ habe beste Arbeit geleistet (Ironie der Moderatorin).
Ich beginne mich zu fragen wer hier Propaganda für was betreibt oder sollten unsere Nachrichten Macher einfach zur Nachhilfestunde unserer Deutschlehrer.

Dies soll keine Bezichtigung der Lüge sein oder meine persönliche Meinung gegenüber der verschiedenen Konflikte auf der Welt gerade der aktuellen in der Ukraine ausdrücken.
Ich möchte mein Entsetzen betonen wie leichtfertig vor allem das öffentlich rechtliche Fernsehen mit der freien Meinungsbildung und damit der Demokratie umgeht. Denn vor allem die ARD und das ZDF sollten jedem Bürger die Möglichkeit zur differenzierten Auseinandersetzung geben.

Es ist ihre verfluchte Pflicht nicht Meinung zu diktieren sondern die Möglichkeit schaffen diese selbst zu bilden! Sonst ist es nichts anderes als Propaganda!

Follower